Erfolgreicher Clusterworkshop »Ergonomie in der Produktion« am Fraunhofer ISC

Presseinformation / 11.7.2017

Clusterworkshop: CeSMa-Mitarbeiter zeigen Sensordemonstratoren, darunter ein Sensorshirt, Sensormatten zur Druckmessung oder Pulsmesser
© Foto L. Hirnickel, Fraunhofer ISC

Clusterworkshop: CeSMa-Mitarbeiter zeigen Sensordemonstratoren.

Prävention: Smartes Sensorshirt von CeSMa warnt den Träger bei Fehlhaltung am Arbeitsplatz beispielsweise bei Montagearbeiten.
© Foto K. Selsam, Fraunhofer ISC

Prävention: Smartes Sensorshirt warnt den Träger bei Fehlhaltung.

Im gemeinsamen Workshop »Ergonomie in der Produktion – Herausforderungen und technische Lösungen« des bayerischen Clusters Mechatronik & Automation und des Center Smart Materials CeSMa des Fraunhofer ISC am 4. Juli 2017 beleuchteten die Referenten aus Forschung, Industrie, Anwendung und Berufsgenossenschaft das Thema Ergonomie aus ihren jeweils ganz verschiedenen Blickwinkeln. Rund 30 Teilnehmer informierten sich über Best-Practice-Beispiele zur Ergonomie am Arbeitsplatz und über Möglichkeiten, wie die Produktivität durch intelligente Lösungen mit wenig Aufwand gesteigert werden kann.

Welche Maßnahmen können Unternehmen zur Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz ergreifen und dabei gesetzliche Vorgaben einhalten? Was kann die Forschung dazu beitragen, Maschinen, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu optimieren? Welche Technologien sind bereits auf dem Markt, um einerseits gesundheitliche Beeinträchtigungen von Arbeitnehmern zu verhindern und andererseits die Leistungsfähigkeit zu steigern? Fragen dieser Art beantworteten die Referenten im Workshop »Ergonomie in der Produktion«, der am Fraunhofer ISC in Würzburg stattfand.

Zum Auftakt der Veranstaltung führte Frau Dr. Isabella Marx von der Berufsgenossenschaft VBG („Ihre Gesetzliche Unfallversicherung“) in die allgemeinen Grundlagen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ein. Da rund 22 Prozent der Arbeitsausfälle auf muskuloskelettale Erkrankungen zurückzuführen sind, betonte sie, wie wichtig ergonomische Arbeitsbedingungen zur Vermeidung von Fehlbelastungen sind.

Dr. Bernhard Brunner, der Leiter der Abteilung Applikationstechnik des Center Smart Materials CeSMa informierte in seinem Vortrag »Integrierte Mensch-Maschine-Messsysteme« über die wachsenden Möglichkeiten von intelligenten Sensorsystemen, die Ursachen für Fehlbelastungen am Arbeitsplatz aufspüren und somit die Grundlage für präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Folgeschäden bieten. CeSMa entwickelte dafür neue Sensormaterialien, die Haltung, Bewegung, Muskelaktivität, Druck, Verformung und sogar Stresssymptome wie beschleunigten Puls, schnellere Atmung oder erhöhten Blutdruck messen. Auch aktive Funktionen lassen sich in die Systeme integrieren, um beispielsweise mit Stromimpulsen Muskeln anzuregen oder gezielt verspannte Körperpartien zu erwärmen.

Wie die Simulation von Bewegungsabläufen und Belastungen auf den Körper aussehen kann, präsentierte Dr. Andreas Nuber von Wölfel Beratende Ingenieure. Er stellte die Simulation mit dem Programm »Casimir« unter dem Motto Ergonomie und Digitalisierung vor. Entsprechende Simulationssysteme unterstützen bereits in der Frühphase die Produktentwicklung, um beispielsweise Autositze optimal zu gestalten.

Geschäftsführer Edwin Lotter von der LP Montagetechnik GmbH stellte in seiner Präsentation »Manuelle Montage, ergonomisch, prozesssicher und effizient gestalten«, vor, wie ein Arbeitsplatz bereits mit einfachen Mitteln so gestaltet werden kann, dass nicht nur die Gesundheit geschont, sondern auch die Produktivität gesteigert wird.

Auch für Automobilhersteller BMW AG ist Ergonomie am Arbeitsplatz ein großes Thema, wie Fabian Schröter in seinem Vortrag über die »Potenziale der Produktionsergonomie« berichtete. Beispielhaft zeigte er die Umsetzung erfolgreicher Lösungen in der Produktion auf.

Gleich im Anschluss präsentierte Bernd Finkenberger von der Ergo-Tec GmbH, dass man durch ergonomische Arbeitsplätze in der Produktion Kosten senken kann und ganz nebenbei gesundheitliche Belastungen der Arbeitnehmer verringert.

Alles in allem zeigte der Clusterworkshop, wie aktuell das Thema Ergonomie ist und dass innovative Lösungen gesamtgesellschaftlichen Nutzen erbringen. Das Fazit: Es lohnt sich durchaus, Arbeitsplätze unter dem Aspekt der Ergonomie zu durchleuchten. Verbesserungen sind dank neuer Lösungen möglich, müssen gar nicht teuer sein und können am Ende sogar Kosten senken.

 

Mehr Information

www.cluster-ma.de

www.cesma.de