Keramik gilt als langlebig und verschleißarm. Eigenschaften, die an sich schon zu einer nachhaltigen Nutzung beitragen. Am Fraunhofer ISC, Zentrum HTL wird Nachhaltigkeit noch umfassender gedacht: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Ressourcen und Energie entlang der gesamten keramischen Prozesskette gezielt einsparen lassen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Optimierung der thermischen Prozesse. Auf Basis von präzisen Messmethoden, wie z.B. der thermooptischen Dilatometrie, werden in Kombination mit FE-Simulationen Wärmeprozesse so ausgelegt, dass der Energieverbrauch deutlich reduziert werden kann und gleichzeitig die Qualität verbessert bzw. der Ausschuss verringert wird. In Projekten wie HTPgeoX wurden entsprechende Strategien für den industriellen Maßstab umgesetzt.
Digitale Prozessketten helfen, den Material- und Energieeinsatz weiter zu verringern. Dazu zählen thermische Simulationen, Prozessdatenanalyse und der gezielte Einsatz von Modellierungstools. In Kombination mit einer effizienten Werkstoffauswahl lassen sich ressourcenschonende Lösungen bereits früh im Entwicklungsprozess verankern.
Auch auf Anwendungsebene wird das Thema Nachhaltigkeit konkret: Das Fraunhofer ISC, Zentrum HTL entwickelt keramische Wärmetauscher, Filter und Speicherkomponenten, die in industriellen Prozessen zur Effizienzsteigerung beitragen. Etwa in Industrieöfen, bei der Abwärmenutzung oder in der Energietechnik.
Nachhaltigkeit ist am Zentrum HTL kein Buzz-Word, sondern integraler Bestandteil der Werkstoff- und Prozessentwicklung. Ziel ist es, industrielle Produktion effizienter zu gestalten und zwar mit zielgerichteten Materialien, optimierten Prozessen und einer langfristigen Perspektive.
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