Nanotechnologisch optimierte Produkte
Obwohl die Nanotechnologie eine vergleichsweise junge Disziplin ist – erst in den achtziger Jahren erfolgte mit der Erfindung des Rastertunnelmikroskops der Startschuss –, hat sie angesichts ihrer fantastischen Möglichkeiten bereits enorme wirtschaftliche Bedeutung. Diverse nanotechnologisch optimierte Produkte sind mittlerweile auf dem Markt verfügbar oder stehen vor der Markteinführung. Dabei profitiert die Oberflächentechnik ebenso von den Fortschritten auf dem Gebiet der Nanotechnologie wie die Elektronik, die Optik, aber auch die Medizin, die Energietechnik oder der Automobilbau. Es gibt kaum eine Branche, die nicht von diesem jüngsten Zweig der Materialforschung zumindest indirekt beeinflusst wird.
Bereits im Einsatz sind zum Beispiel Halbleiterbauelemente und Prozessoren mit Strukturbreiten deutlich unter 100 Nanometer. Leuchtdioden (LEDs) in Anzeigetafeln, Rückleuchten und Taschenlampen wandeln elektrische Energie deutlich effizienter in Lichtstrahlung um und erzeugen weniger Wärme als herkömmliche Glühbirnen. Nanopartikel in Schutzschichten für Verpackungen, Brillengläser, Verglasungen oder in Lackierungen verhindern, dass Oberflächen korrodieren, verkratzen oder anlaufen, sind schmutzabweisend und bestimmen die optischen und elektrischen Eigenschaften der Schichten.
Ebenso interessant ist der Einsatz der Nanotechnologie in der Medizin. Vielversprechend sind unter anderem Biowerkstoffe mit integrierten diagnostischen und therapeutischen Funktionen und durch Biomoleküle oder Wirkstoffe funktionalisierte Hybridmaterialien. Mit Hilfe der Nanotechnik lassen sich auch effizientere Batterielösungen realisieren oder der Wirkungsgrad von Solarkollektoren deutlich steigern. Diese Fülle an Beispielen zeigt, dass die Anwendungsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt sind. Zahlreiche Forschungseinrichtungen bzw. Unternehmen sind auf diesem Gebiet inzwischen aktiv.


