Geschichte

Glas, Keramik, Baustoffe – das waren die Kernthemen, die seit der Gründung des Instituts für Silikatforschung als Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin im Fokus der Forschung und Entwicklung standen. Doch das nach dem 2. Weltkrieg als Max-Planck-Institut für Silikatforschung wieder gegründete Institut orientierte sich von jeher an den Veränderungen der Märkte. Diese Industrienähe führte zur Eingliederung in die Fraunhofer-Gesellschaft – seither schreibt sich die Silicatforschung im Namen mit „c“. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Forschungsaktivitäten und des Materialspektrums sind der Schlüssel zum Erfolg des heutigen Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC.

Inzwischen stehen neben den klassischen Funktions- und Strukturwerkstoffen Glas und Keramik vor allem anorganisch-organische Hybridpolymere auf Silicium-Basis (ORMOCER®e)und aktive bzw. adaptive Materialien im Zentrum der Forschungsaktivitäten. Immer wichtiger dabei wird die Herstellung und Verarbeitung der Materialien bereits im Institut unter produktionsnahen Bedingungen – für ein Forschungsinstitut eine enorme Herausforderung.
 

Daten zum Institut


1. April 1926
Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Silikatforschung in Berlin-Dahlem auf Initiative der Deutschen Glastechnischen und der Deutschen Keramische Gesellschaft 

Oktober 1943
Kriegsbedingte Verlagerung nach Unterfranken und in die Rhön, ermöglicht durch großzügiges Entgegenkommen der örtlichen und Kreis-Behörden

1947
Arbeitserlaubnis und Mittel vom Bayerischen Staat, erwirkt durch den seit 1946 eingesetzten kommissarischen Leiter Dr. C. Schusterius

1. April 1948
Neugründung des Instituts als Max-Planck-Institut (MPI) für Silikatforschung. Der Landtag beschließt die Ansiedelung in Würzburg

14. November 1952
Feierliche Neueröffnung des Instituts in Würzburg, Neunerplatz 2, in Anwesenheit von Prof. Otto Hahn, damals Präsident der Max-Planck-Gesellschaft

1958
Erste Institutserweiterung durch den Ostflügel mit einer modernen Glasschmelzhalle

11. November 1971
Übernahme in die Fraunhofer-Gesellschaft als Institut für Silicatforschung ISC

1985
Entwicklung der Materialklasse der organisch modifizierten Silicate, eine Klasse von anorganisch-organischen Hybridpolymeren, die sich – je nach Zusammensetzung – durch glas-, silicon-, oder duroplast-artige Eigenschaften auszeichnen. Seit 1988 als Ormocere bezeichnet – das Kunstwort steht für „organically modified ceramics“.

1986
Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus Technikum I am Neunerplatz

1989
Gründung des Anwenderzentrums Beschichtungen

1992
Gründung des Lehrstuhls für Silicatchemie, Universität Würzburg

1995
Gründung der Außenstelle Bronnbach für die Bereiche Sonderanlagen- und Gerätebau sowie Kulturgüterschutz

1996
Neubau Technikum II; Schwerpunkte sind neue Technologien für die Keramik- und Ormocer-Entwicklung, u. a. Technikumsanlagen zum Spinnen von keramischen und hybridpolymeren Fasern sowie Reinraumtechnologie

2000
Ausgründung TOP Oberflächen GmbH

2001
Die Marke ORMOCER® wird eingetragen.

2006
Inbetriebnahme des Polymersynthese-Technikums zur Vorstufenproduktion für hochtemperaturstabile Keramikfasern

2008
Planungsbeginn für die nächste große Institutserweiterung durch das Technikum III, u. a. für den Auf- und Ausbau von Verarbeitungstechnologien nach Industriestandards